Es beginnt oft ganz unscheinbar, mit einem Termin hier, verschiedenen Verpflichtungen über den Tag verteilt. Ein Gespräch, das man noch führen möchte oder ein Projekt, welches man noch unbedingt beenden möchte. Eigentlich alles gute Dinge, die wichtig erscheinen. Und trotzdem entsteht irgendwann ein Gefühl, das viele Menschen kennen: Überforderung. Nicht unbedingt, weil zu viel Arbeit da ist, sondern weil man versucht, allem und jedem gerecht zu werden.
Wenn der Körper früher merkt, was der Kopf noch ignoriert
Überforderung zeigt sich selten zuerst im Denken, sie zeigt sich im Körper. Vielleicht wirst du plötzlich sehr müde, oder dein Nacken spannt, eventuell reagiert deine Haut. Oder du spürst ein diffuses Muskelkatergefühl, obwohl du gar keinen Sport gemacht hast.Der Körper reagiert. Oft lange bevor der Verstand versteht, was eigentlich gerade passiert.
Eine kleine Alltagssituation
Ich erinnere mich an einen Moment, der mir das sehr deutlich gezeigt hat.
Ich war auf dem Weg zu einem Event, das ich gemeinsam mit einer Freundin vorbereitet hatte. Ein Termin, auf den wir uns lange vorbereitet hatten. Der Tag war voll, die Vorbereitung intensiv, und am Abend ging es erst sehr spät nach Hause. Eigentlich hätte ich merken können, dass mein Körper längst über seine Grenzen gegangen war. Doch statt eine Pause einzulegen, ging es am nächsten Tag direkt weiter – Termine, Verpflichtungen, Erwartungen. Das Ergebnis war deutlich: Ich war nicht nur erschöpft, mein Körper fühlte sich an wie nach einem Marathon. Und auch mein Verhalten war nicht mehr das, was ich eigentlich leben möchte.Überforderung betrifft eben nicht nur Energie. Sie verändert auch, wie wir mit uns selbst und mit anderen umgehen.
Wenn Anspruch und Realität auseinanderdriften
Ein spannender Gedanke dazu ist dieser: Überforderung entsteht häufig dann, wenn eine Kluft entsteht zwischen dem Anspruch, den wir an uns selbst haben, und dem, was unser Körper in diesem Moment leisten kann. Wir wollen stark und zuverlässig sein und vor allem wir wollen niemanden enttäuschen. Doch unser Körper hat seine eigene Sprache. Und manchmal ruft er ziemlich deutlich nach etwas anderem: nach Zuwendung, nach Pause, nach einem Schritt zurück.
Warum wir so oft über unsere Grenzen gehen
Viele Menschen kennen diese innere Stimme: „Ich möchte niemanden enttäuschen.“ „Ich will alles schaffen.“ „Ich will allem gerecht werden.“ Doch hinter dieser Haltung steckt oft etwas Tieferes.
Manchmal ist es der Wunsch nach Anerkennung, die Angst, Verbindung zu verlieren. Manchmal alte Muster aus der Vergangenheit. Und genau hier beginnt ein spannender Punkt : Überforderung hat selten nur mit der aktuellen Situation zu tun. Häufig hängen unsere Reaktionen mit Erfahrungen und inneren Programmen zusammen, die viel früher entstanden sind.
Dein Körper sendet ein Frühwarnsystem
Der Körper meldet sich meist zuerst leise. Vielleicht über Müdigkeit, über Verspannungen, über Hautreaktionen oder Rückenschmerzen. Wenn wir diese Signale übergehen, wird er deutlicher. Ein bisschen so wie ein Kind, das immer lauter ruft, wenn es nicht gehört wird. Deshalb lohnt sich eine einfache Frage: Wo zeigt sich Überforderung eigentlich bei dir im Körper?
Drei Fragen, die helfen können
Wenn Überforderung auftaucht, können drei kleine Fragen helfen, wieder Orientierung zu finden:
1. Habe ich gerade emotional mehr übernommen, als eigentlich zu mir gehört?
2. Lasse ich gerade zu viel in meinen Kopf hinein – Gedanken, Erwartungen oder Druck von außen?
3. Hat mein Körper vielleicht schon längst „Nein“ gesagt, während ich noch versuche weiterzumachen?
Allein diese Fragen können helfen, den Autopiloten zu unterbrechen.
Kleine Momente der Rückverbindung
Es braucht oft keine großen Veränderungen. Manchmal reicht ein kurzer Moment des Innehaltens. Ein paar bewusste Atemzüge. Ein Duft, der dich wieder zurück in den Körper bringt. Ein kleines Ritual, das dich daran erinnert: Du darfst auch für dich selbst da sein.Und genau darüber sprechen wir im Podcast Körperkompass – Körper und Emotionen verstehen. Überforderung hat viele Gesichter – und sie zeigt sich bei jedem Menschen anders.
Im Podcast schauen wir deshalb genauer hin:
- Wie zeigt sich Überforderung im Körper?
- Welche inneren Muster stecken häufig dahinter?
- Und wie können wir lernen, früher hinzuhören?
Außerdem geht es in der nächsten Folge noch tiefer darum, warum manche Menschen besonders anfällig für Überforderung sind – und was Human Design damit zu tun haben kann. Wenn dich das Thema anspricht, hör unbedingt in die Folge rein. Denn manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir anfangen, unserem Körper wieder zuzuhören. Dein Körper ist dein Kompass.
Hier findest du den Link zur Folge Überforderung:
https://open.spotify.com/episode/5rpMWs0RPi2hwSoZOELtg8?si=b4a811ec1cf84e9c
